Wenn man Pech hatte, muß man auch mal Glück haben. So könnte ich das beschreiben mit meinem aktuellen Rennradrahmen, den ich im aktuellen Projekt wieder aufbaue. Mein Isaac Sonic ist ja leider am 15.09.2015 Opfer eines Verkehrsunfalls geworden und ich leider auch. Das wäre dann das, was ich unter Pech einstufen würde. Da nun eine gefühlt lange Zeit mit Krankenhausaufenthalt und Krankengymnastik drauf gegangen ist, ist mein Blick fokussiert den Frühling 2016. Da möchte ich wieder aufs Rad und bis zum Frühling ist nicht mehr lang. Also war ich mal wieder auf der Suche nach einem Rahmen. Mein Plan, die komplette Schaltgruppe und den Laufradsatz vom Sonic am Madone zu fahren. Die Sram Red Schaltgruppe ist jetzt nicht die allerneuste, aber sie funktioniert noch sehr gut auch nach dem Unfall. Ich habe alle Teile gesäubert und auf Schäden untersucht. Bis auf einen minimalen Kratzer am linken Schalt-/Bremshebel ist soweit alles OK. Anders war es bei den Laufrädern. Vom Hinterrad verwende ich lediglich die Nabe noch, der Rest war Schrott. Ich fahren seit gut einem Jahr einen Custom Laufradsatz von Light-Wolf Laufradbau.
Ich bin kein Freund mehr von Systemlaufrädern der bekannten Markenherstellern. Das hat damit zu tun, dass bei einem Crash mit einem Systemlaufrad es oft schwierig ist mit der Reparatur. Zum Teil werden Spezialspeichen verwand, dann hat man nicht den passenden Speichennippeldreher und dann ist man schnell gezwungen den Laufradsatz zum Hersteller einzuschicken um Ihn reparieren zu lassen. Da ist man schnell an dem Punkt wo eine Reparatur teurer werden kann als der Neupreis. Also jedenfalls hatte ich darauf kein Bock mehr und so kam ich dann auf einen Custom Laufradsatz. Ich fahre hier Hope Mono RS Naben mit Sapim CX Race Speichen und H Plus Son Archetype Felgen.
Die Reparatur war in einer Woche über die Bühne und Dank Crash Replacement halten sich die Reparaturkosten in Grenzen. Der Laufradsatz ist nicht der allerleichteste aber dadurch das ich immer wieder über Kopfsteinpflaster fahre, eine gute Alternative zwischen Gewicht und Steifigkeit.
Das Glück was ich hatte, war eher zufallsbedingt. Ich habe vom gleichen Verkäufer von dem ich das Isaac Sonic gekauft hatte nun den Trek Madone Rahmen gekauft. Bis auf wenige Gebrauchsspuren war der Rahmen Top in Ordnung, soweit man das vom äusserlichen Begutachten sagen kann. Bei Carbon ist das Vertrauenssache wenn man einen gebrauchten Rahmen kauft. Schließlich weiß man nicht was der Vorbesitzer mit dem Rahmen veranstaltet hat. Aber hier hatte ich ein gutes Gefühl, da ich den Verkäufer bereits kannte.
Kauft man einen Rahmen einzeln steht immer die Frage im Raum ob der Rahmen passt. Es gibt nichts nervigeres als einen zu kleinen oder zu großen Rahmen. Natürlich gibts für vieles Lösungen und so kann man auch beim Rad durch Vorbaulängen, oder unterschiedlicher Sattelelstützen noch was bewirken. Besser ist es jedenfall wenn der Rahmen jedoch von vornherein passt.
Rechne ich aufgrund meiner Körpergröße und Schrittlänge die Rahmenhöhe aus, dann ist es so das ich zwischen 56cm und 58cm liege. Viel wichtiger sind mir dann mittlerweile andere Maße geworden. Als erstes wäre da die Sitzhöhe, bei mir 76,3 – 76,5cm und die Oberrohrlänge. 56-57cm sind meine optimalen Werte. Dann messe ich auch immer die Länge des Steuerrohrs, da man bei längeren Steuerrohren in der Regel nicht eine ganz so tiefe Lenkerposition hat. Wenn man eine Rahmen nackt ohne Anbauteile vor sich hat, sind diese Maße diejenigen an denen man sich orientieren kann.
Besonderheiten beim Trek Rahmen waren die Direct Mount Bremsaufnahmen. Diese gib es schon seit gut zwei Jahren am Markt. Leider hat bisher SRAM keine Direkt Mount Bremsen in Produktion, beim Rahmen waren die passenden Bontrager Bremsen dabei. Das Einstellen hat ein paar Minute länger gedauert aber war kein großes Hexenwerk. Die Feinjustierung habe ich auch ohne Probleme hinbekommen, so dass ich sagen kann das bei meinen Bremsen nichts schleift. Ich habe dann doch noch etwas investiert und mir Shimano DuraAce Direct Mount Bremsen ans Rad geschraub. Diese Funktionieren sehr gut mit den SRAM Red Schalt-/Bremshebeln. (Neben Sram hat auch derzeit Campangnolo keine DM Bremsen im Programm, so das im Profilager auch Herstellerkombinationen gefahren werden wie hier am Rad von Alejandro Valverde Shimano/Campa beispielsweise.)
Eine weitere Hürde die zu überwinden war, war das Problem das meine Sram Kurbel einen Achsdurchmesser auf der Antriebsseite von 24mm und auf der gegenüberliegenden Seite 22m hat. Beispielsweise hat Shimano durchgänig 24mm Achsen. Diese Besonderheit nennt man GXP Kurbelstandard. Wobei dieser Standard eher mal wieder ein Alleingang von einigen wenigen Herstellern ist. Und da Trek im Madone Rahmen ebenfalls ein eher nicht so oft anzutreffendes BB90 Tretlager hat ist waren hier andere Lager notwendig.
Das alles ware aber eher kleine Problemchen die mich nicht wirklich aufhalten konnten. Mit dem Rad freue ich mich jedenfalls auf den Sommer…..
schreibt Chrisian
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