Ich sitze gerade zuhause aufm Sofa und denke an meinen zurückliegnedem Urlaub. In gut eineinhalb Wochen an Bergtouren und Trailruns rund um den Königsee hatte ich Gelegenheit meine ultraleichten MYOG Carbon Trekkingstöcke zu testen. Dabei haben die Stöcke keine Sonderbehandlung erfahren. Es gab da einige Fragen die noch nicht geklärt waren und die sich erst mit einem kleinen Langzeitreview aufklären lassen würden.
- Haltbarkeit der Carbohnrohre
Ich verwende Carbonrohre mit einer Wandstärke von 1mm. Bevor ich die Carbonrohre gekauft habe hab ich überlegt ob das wohl ausreicht? Da ich mit Carbon an sich noch nicht so viel Erfahrung sammeln konnte war das ein Punkt der bei einem F A I L richtig ins Geld geht, denn die meisten Kosten am MYOG Selbstbaustock verschlingen die Carbonrohre. Die Frage hatte sich aber recht schnell erübrigt, da es nur Carbonrohre mit geradem Aussendurchmesser für mich zu kaufen gab. Das heißt im Klartext 18mm, 16mm, 14mm……etc. Wenn man teleskopieren möchte bleibt dann nur die Wahl zwischen 2mm und 1mm Wandstärke. Ich habe mich für 1mm Wandstärke entschieden und hiermit kommt man dann auf ein Gewicht für die Carbonrohre auf etwa 85 – 90 Gramm. Die Stabilität ist für meine ansprüche (Bergwandern, Trailrunnung) absolut ausreichend. - Haltbarkeit der Klebeverbindungen
Es gibt speziellen Kleber für Carbon, den man für relativ viel Geld kaufen kann. Dieser Kleber ist aber im Prinzip meistens nichts anderes wie ein herkömmlicher 2K Kleber. Ich habe einen 2K Sofortkleber verwand, bei der Verarbeitung muß man schnell sein denn der härtet rasend schnell aus hält aber bombenfest. - Aluminiumoberfläche haltbar gegen (Körper-)Schweiss machen.
Unbehandelte Aluoberflächen Oxidieren an der Luft und werden matt. Das ist jetzt nicht das riesen Problem, da es bei Bergtouren oder bei Bergläufen aber auch durchaus zu Schweissbildung kommt, tritt ein anderes Problem auf. Schweiss ist Salzhaltig und reagiert relativ schnell mit Aluminium. Das Fazit ist dann eine total unschöne Oberflächen die nach kurzer Zeit so stark Oxidiert und die Oberfläche angreift, dass die Aluschrauben für die Klemmung beispielsweise im Gewinde festrostern würden etc. Ich habe ganz früher auch mal versucht Alu zu konservieren mit Klarlack was aber nicht so super funktioniert. Einzige Möglichkeit ist das Eloxieren. Bei der Eloxalschicht kommt es darauf an, das die Schichtdicke der Eloxalschicht überall vorhanden ist und möglichst dick ist. Bei meinen Stöcken kann ich nicht feststellen, das es irgendwelche anzeichen stärkerer Oxidation an den Aluteilen gibt. Selbst zu Eloxieren ist auch nicht allzu schwer, alle Infos hierzu findet man auf der Seite von Christoph Drube eletronik thingks. - Haltbarkeit der Edelstahlspitzen
Die Edelstahlspitze die ich verwende ist nicht gehärtet. Danke auch nochmal an Thorsten für die Hinweise in den Kommentaren zu den Blogbeiträgen. Mich hat interessiert wie schnell sich das Material abnutzt.
Nach den eineinhalb Wochen finde ich hält sich der Verschleiß absolut in grenzen. Die Spitzen lassen sich schnell erneuer und mittlerweile überlege ich nicht wirklich mehr hier nochwas zu Änder. - Duplongriffe im Lanzeittest
Ein wirklicher Geheimtip ist Duplon. Sehr angenehm anzufassen. Bei sehr starker Schweisbildung kann es sein das sich etwas Feuchtigkeit im Griffpolster  sammelt. Das ist aber bei weitem nicht mit einem Moosgummigriff oder was ähnlichem vergleichbar, da sich diese Stoffe eher vollsaugen. Duplon greift sich sehr warm und ist auch bei Nässe sehr griffig. Es kommt ja auch ursprünglich aus dem Angelsport, da isses ja auch schon mal nass. Ansonsten wirklich sehr leicht (ein großer Griff wiegt so 10-12Gramm und ist meiner Meinung nach das bestens für ein MYOG Projekt. Ich würde in jedem Fall wieder einen längeren Griff verwenden, da sich hier verschiedene Griffpositionen realisieren lassen, je nachdem on ich bergauf gehe (eher kürzere Stocklänge, das heißt Griffposition unten) oder bergab gehe (längere Stöcke, das heißt Griffpostion eher weiter oben). Wenn man sich was ganz individuelles bauen möchte gibt es zusätzlich verschiedene Griffdurchmesser und Distanzstücke um sich ein individuelles Griffprofil zu erstellen. - 6mm Repschnur Handschlaufen in der Praxis
Bei der Handschlaufe ist mir nichts besseres eingefallen wie das mit der Repschnur. Da die Handschlaufen ja auch dauerhaft angenem im Gebrauch sein sollte, ist hier schon wichtig das das ganze nicht anfängt zu schmerzen. Funktioniert aber wunderbar wie ich momentan finde. Mit dem etwas lockerem Kabelbinder an den Handschlaufen kann ich noch die Schlaufengröße einstellen, so dass der Stock auch nicht bei einem Hinfallen von der Hand rutschen kann.
Im Netz findet man immer wieder mal Berichte von gebrochenen Carbonstöcken. Problematisch bei den Carbohnrohren ist die Queerbelastung, wenn diese zu groß wird, dann bricht das Material meist ohne Vorwarnung. Das ist bei Carbon halt die spezifische Materialeigenschaft, wem das zu unsicher ist, der ist sicher mit einem Alustock besser aufgehoben. Diese Diskussionen finde ich in Netz manchmal etwas übertrieben, wobei es vielleicht auch daher rührt, das man mit einem geschrotteten Carbonstock auch immer gleich ne Menge Geld versenkt hat.
Soweit erstmal mein kurzer Review. Je länger ich diese Stöcke im Einsatz habe, umso mehr Spaß machen Sie mir. Besonders wenn ich sie auf meine Körperlänge eingestellt habe und sie bewege ist das Gefühl der Leichtigkeit schon sehr geil. Für mich hat sich diese Investition in etwas Geld und Arbeitszeit absolut gelohnt. Ich hoffe ich konnte ein paar Ideen und Anregungen dem ein oder anderen Leser der Blogbeiträge weitergeben und vielleicht wird dann selbst ein DIY oder MYOG Projekt gestartet…..
Zwischenzeitlich habe ich noch ein wenig Feintuning an den Handschlaufen vorgenommen. Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, diese etwas komfortabler auf mein Handgelenk einzustellen. Die Lösung mit den Kabelbindern war zwar sensationell leicht, aber auf Dauer nicht so der Bringer. Nach ein wenig Suchen, konnte ich die nachfolgenden Seilstopper vom Prym finden und hab sie mir kurzer Hand bestellt.Andere interessante Beiträge:





